Die chilenischen Anden
Die chilenischen Anden prägen die Ostgrenze Chiles zu Bolivien und Argentinien. Vom 18. bis zum 55. südlichen Breitengrand bilden sie sich aus der Westseite des Andenmassivs und einigen wenigen Gipfeln der Ostseite. Die größten Höhen erreichen die chilenischen Anden im Norden, wo mit dem 6.983 m hohen Nevado Ojos del Salado auch der höchste Berg Südamerikas und gleichzeitig der höchste Vulkan der Welt liegt. Im Süden des Landes gehen die Höhen dann allmählich bis auf 400 m zurück. Den Bergen entspringen eine Vielzahl von Flüssen, die aufgrund der geografischen Struktur Chiles vergleichsweise kurz sind. Der längste Fluss Chiles ist mit 484 km Länge der Rio Loa. Die meisten Flüsse liegen im Süden des Landes, da der nördliche Teil Chiles zu weiten Teilen von Wüstengebieten gebildet wird, wo auch eine Reihe von Salzseen liegen.
Bevölkert ist die Region im Norden der Anden in kleineren Orten wie Ollagué, Putre und San Pedro de Atacama. In der Zentralregion und im Süden befinden sich in der alpinen Zone ausschließlich Skiorte. Von der Regierung wurden 30 größere Gebiete der Anden geschützt. Die drei größten Nationalparks Llullaillaco, Vicente Pérez Rosales und Torres del Paine, der auch zum Weltkulturerbe ernannt wurde, sind mit etwa 250.000 Hektar so groß wie das Saarland. Dort finden sich hunderte, nur in den Anden vorkommende Pflanzenarten. Touristisch lassen sich die chilenischen Anden auf vielfältige Weise erschließen. Angeboten werden Touren mit dem Geländewagen oder zu Pferde in Begleitung eines chilenischen Cowboy, dem Arriero. Ziele sind beispielsweise der Kolonisten- oder der Seenpfad, Touren entlang der Flüsse hoch in die Anden oder eine Andenüberquerung. Alpinisten ersteigen die zahlreichen Berge, wobei die höchsten Gipfel sich nur für sehr erfahrene Bergsteiger eignen. In den letzten Jahren wurde auch der Ökö-Tourismus immer bedeutender. Entlegenere Gebiete lassen sich durch eine Reihe kleinerer Flugplätze erreichen.